Verschwörungslügen zum Klimawandel

Verschwörungslügen zum Klimawandel entstehen in großer Vielfalt.

Hier sollen Beispiele von Verschwörungslügen vorgestellt und gezeigt werden, wo deren Fehler, bzw. deren Ansatzpunkt liegt, um Menschen zu ködern:

  1. Eigene Filterblasen bedienen: Wenn in Social-Media-Beiträgen keine kritische Diskussion geführt wird, dann kann das bei Konsumenten der Beoträgen zu einem Gefühl der wiederkehrenden Bestätigung führen.
  2. Auch ohne Fachwissen steile Thesen in die Welt setzen: Ein Lüge ist schnell erfunden, während das Heraussuchen von Fakten zum Widerlegen der Lüge aufwendig ist.
  3. Wenn das wahr wäre, dann müssten wir uns ja ändern: Höufig ist die Triebfeder hinter Verschwörungslügen das Kopf-in-den-Sand-Stecken-Syndrom: Es lebt sich einfach bequemer, wenn man die eigene Vernatwortung ausblendet.

1. Ein BEispiel für das bedienen Eigener Filterblasen: Ein Lügenvideo aus der Klimaleugnerszene.

Sie müssen dieses Video aus dem Sommer 2025 nicht ansehen. Das Beste daran ist der Kommentar von @typogene1313, der unter dem Video widergegeben wird.

Kommentar von @typogene1313:

Das vorliegende Interview ist keine journalistische Auseinandersetzung, sondern eine gezielte Propagandaaktion. Es zeigt eine geschlossene Echokammer, in der die Moderatoren Jan Zimmer und Dominik Reichert einem der bekanntesten Köpfe der deutschen Klimaleugner-Szene, Professor Dr. Horst-Joachim Lüdecke, eine Bühne bieten – damit er unwidersprochen längst widerlegte Falschbehauptungen verbreiten kann. Ziel ist nicht Aufklärung, sondern gezielte Desinformation und die Schwächung des wissenschaftlichen Fundaments globaler Klimapolitik.

Im Mittelpunkt steht Lüdecke, der sich als mutiger Pensionär präsentiert, der unbequeme Wahrheiten ausspricht – ein strategisch konstruiertes Bild. Er ist kein Klimatologe, sondern Physiker auf anderen Gebieten, und als Pressesprecher des „Europäischen Instituts für Klima und Energie“ (EIKE) eine Schlüsselfigur in einem Lobby- und Desinformationsnetzwerk. Seine Rolle als AfD-Sachverständiger im Bundestag verortet ihn klar in einem politischen Lager, das Klimaschutzmaßnahmen diskreditieren will.

Das Interview ist ein Musterbeispiel für Klimaleugner-Strategien: Lüdeckes pauschale Diffamierung von Klimamodellen als „totaler Quatsch“, das Verschmelzen von Wetter und Klima und die falsche Behauptung, Extremwetter nehme ab, widersprechen dem internationalen wissenschaftlichen Konsens, wie er im Weltklimarat (IPCC) dokumentiert ist. Er leugnet den menschlichen Einfluss zwar nicht vollständig, stellt ihn aber als marginal dar – eine klassische Taktik, um Zweifel zu säen und falschen Eindruck von Wissenschaftlichkeit zu erwecken.

Lüdeckes Vorwurf, Forscher würden mundtot gemacht, ist eine infame Verdrehung. Während weltweit tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trotz öffentlichem Druck arbeiten, inszeniert sich Lüdecke als Opfer einer angeblichen Meinungsdiktatur – obwohl er als EIKE-Sprecher und AfD-Experte selbst große Reichweite hat und sich über angebliche Sprechverbote beklagt.

Die Moderatoren Zimmer und Reichert agieren nicht kritisch, sondern als Claqueure: Ihre zustimmenden Äußerungen, etwa Reicherts Behauptung, Wikipedia sei „absolut manipuliert“ und Klimapolitik ein „Machtinstrument“, entlarven das Interview als abgesprochene Farce. Lüdeckes Thesen werden nie hinterfragt, sondern mit eigenen verschwörungstheoretischen Andeutungen ergänzt und gestärkt.

Was als mutiger Widerspruch verkauft wird, ist ein zynischer Angriff auf Vernunft und Wissenschaft. Das Interview trägt nichts zur Debatte bei, sondern ist ein Beispiel für perfide Methoden organisierter Leugnernetzwerke, die systematisch Öffentlichkeit täuschen und dringend notwendige Klimaschutzmaßnahmen sabotieren.

2. Ein Beispiel für „ohne Fachwissen steile Thesen in die Welt setzen“: Marcus Lanz hat am 25.5.2023 mit Prof. Mojib Latif einen Experten der Klimaforschung und mit Steffen Kotré den klimapolitischen Sprecher der AFD zu gast.

Steffen Korté kann auch auf mehrfache Nachfrage keinen ernstzunehmenden Wissenschaftler nennen, der den menschengemachten Klimawandel bezweifelt.

Die Spiegel-Journalistin Melanie Amann stellt in Minute 13 die berechtigte Frage, ob eine Gesellschaft eine unbegründete Meinungsäußerung wie die von Herrn Kotré in gleicher Weise würdigen sollte wie das Expertenwissen eines renommierten Wissenschaftlers. Der Link zum Video startet an dieser Stelle.

3. Ein Beisplei für „Wenn der Klimawandel tatsächlich gefährlich wäre, dann müssten wir uns ja ändern“:

In diesem Video aus dem Kanal „Grenzen des Wissens“ versucht Prof. Gerd Ganteföhr den CO2-Anstieg in der Atmosphäre auf folgende Weise zu verharmlosen: Durch die Atombombentests in den 1960er-Jahren hat sich das Verhältnis der Kohlenstoff-Isotope C14/C12 erhöht. Da sich dieses Verhältnis bereits wieder weitgehend ausgeglichen hat, soll dies der Beweis sein, dass der menschengemachte CO2-Anstieg ebenfalls nach wenigen Jahrzehnten wieder durch natürliche Prozesse abgebaut sein wird.

Bei Minute 18:08 zeigt sich der eigentliche Antrieb zur Erstellung dieses Verschwörungsvideos: „Das ist ein viel realistischerer Ansatz. Dann können wir auch noch weiter Langstreckenflüge machen“. Der Link steigt an dieser Stelle in das Video ein.

Bei Minute 10:40 gibt es zudem eine fatale Aussage, die wissenschaftliche Forschung zu Rechenmodellen im Allgemeinen in Frage stellt: „Alles, was wir über diese Verweildauer [von CO2] vorher wussten, ohne diese C14-Messung, sind Klimamodelle. Die sind gerechnet. […] Das ist keine richtige Wissenschaft„. Richtig ist, dass Wissenschaft immer nach Gesetzmäßigkeiten sucht, um die Realität durch Rechenmodelle erklären zu können. Die wissenschaftlichen Klimamodelle werden dabei kontinuierlich durch reale Messwerte geprüft und geschärft. Es ist hingegen unwissenschaftlicher Unsinn, eine reale Messreihe, die auf den ersten Blick vielleicht eine kleine Überraschung enthält, ungeprüft als Gamechanger in die Welt zu postulieren, denn:

Die Ursache für das gemessene Verhältnis der Kohlenstoff-Isotope C14/C12 liegt an der Durchmischung des Kohlenstoffs der Atmosphäre mit anderen Kohlenstoffspeichern unserer Erde, so dass sich das C14/C12-Verhältnis relativ schnell wieder ausgleicht, ohne dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre abnimmt. Im unten angegebenen Video von Axel Kleidon aus dem YouTube-Kanal „Urknall, Weltall und das Leben“ ist dieser Prozess sehr schön erklärt. Damit wird der Fehler von Herrn Ganteföhr deutlich: