Verschwörungslügen zum Klimawandel entstehen in großer Vielfalt.
Hier sollen Beispiele von Verschwörungslügen vorgestellt und gezeigt werden, wo deren Fehler, bzw. deren Ansatzpunkt liegt, um Menschen zu ködern:
- Basierend auf einem naiven Weltbild, das die Erde als unwandelbar ansieht, können Aussagen ohne jeden Bezug zur Realität entstehen.
- Eigene Filterblasen bedienen: Wenn in Social-Media-Beiträgen keine kritische Diskussion geführt wird, dann kann das bei Konsumenten der Beiträgen zu einem Gefühl der wiederkehrenden Bestätigung führen.
- Auch ohne Fachwissen steile Thesen in die Welt setzen: Ein Lüge ist schnell erfunden, während das Heraussuchen von Fakten zum Widerlegen der Lüge aufwendig ist.
- Wenn das wahr wäre, dann müssten wir uns ja ändern: Häufig ist die Triebfeder hinter Verschwörungslügen das Kopf-in-den-Sand-Stecken-Syndrom: Es lebt sich einfach bequemer, wenn man die eigene Verantwortung ausblendet.
Warnung: Falls Sie sich diese YouTube Videos tatsächlich anschauen, dann bedenken Sie, dass der YouTube-Algorithmus Ihnen in Zukunft häufiger derartige Falschaussagen präsentieren wird!
1. ein BEispiel für ein naives Weltbild, das die Erde als unwandelbar ansieht, so dass Aussagen ohne jeden Bezug zur Realität gemacht werden: Ein Lügenvideo aus der Klimawandel-leugnerszene.
Das Video ist der Stream des Symposiums der AFD-Fraktion im Deutschen Bundestag mit der Überschrift „Wahrheit zur Windkraft – Reale Schäden und Wege zur Vernunft!“. Unter diesem Link startet das Video beim Vortrag des AFD-Abgeordneten Michael Limburg, der auch ein Mitbegründer des Klimawandel-Leugnervereins EIKE ist.
Die Argumentation von Herrn Limburg ist eine Aneinandereihung von Fehlern und Irrtümern. Bei ihm scheint es hinter allen seinen Aussagen aber einen initialen Irrtum zu geben: Er kann sich nicht vorstellen, dass der scheinbar geringfügige Anstieg des CO2-Gehalts in der der Atmosphäre von 280 ppm [Parts-Per-Million] auf aktuell 425 ppm relevante Auswirkungen hat. Hat Herr Limburg schon einmal eine Kopfschmerztablette genommen und eine Wirkung festgestellt? Da entfalten etwa 7 ppm eine Wirkung. Hoffentlich ist er nie betrunken Auto gefahren, dann ab 500 ppm Alkoholgehalt würde er den Führerschein verlieren. Überall in unserem Leben haben scheinbar kleine Änderungen große Auswirkungen.
Wenn wir Menschen die Erde verändern, dann reißt die Kette immer an ihrem schwächsten Element. Also da, wo kleine Änderungen die größte Auswirkung haben.
2. Ein BEispiel für das bedienen Eigener Filterblasen: Ein Lügenvideo aus der Klimawandel-leugnerszene.
Sie müssen dieses Video aus dem Sommer 2025 nicht ansehen. Das Beste daran ist der Kommentar von @typogene1313, der unter dem Video widergegeben wird.
Kommentar von @typogene1313:
Das vorliegende Interview ist keine journalistische Auseinandersetzung, sondern eine gezielte Propagandaaktion. Es zeigt eine geschlossene Echokammer, in der die Moderatoren Jan Zimmer und Dominik Reichert einem der bekanntesten Köpfe der deutschen Klimaleugner-Szene, Professor Dr. Horst-Joachim Lüdecke, eine Bühne bieten – damit er unwidersprochen längst widerlegte Falschbehauptungen verbreiten kann. Ziel ist nicht Aufklärung, sondern gezielte Desinformation und die Schwächung des wissenschaftlichen Fundaments globaler Klimapolitik.
Im Mittelpunkt steht Lüdecke, der sich als mutiger Pensionär präsentiert, der unbequeme Wahrheiten ausspricht – ein strategisch konstruiertes Bild. Er ist kein Klimatologe, sondern Physiker auf anderen Gebieten, und als Pressesprecher des „Europäischen Instituts für Klima und Energie“ (EIKE) eine Schlüsselfigur in einem Lobby- und Desinformationsnetzwerk. Seine Rolle als AfD-Sachverständiger im Bundestag verortet ihn klar in einem politischen Lager, das Klimaschutzmaßnahmen diskreditieren will.
Das Interview ist ein Musterbeispiel für Klimaleugner-Strategien: Lüdeckes pauschale Diffamierung von Klimamodellen als „totaler Quatsch“, das Verschmelzen von Wetter und Klima und die falsche Behauptung, Extremwetter nehme ab, widersprechen dem internationalen wissenschaftlichen Konsens, wie er im Weltklimarat (IPCC) dokumentiert ist. Er leugnet den menschlichen Einfluss zwar nicht vollständig, stellt ihn aber als marginal dar – eine klassische Taktik, um Zweifel zu säen und falschen Eindruck von Wissenschaftlichkeit zu erwecken.
Lüdeckes Vorwurf, Forscher würden mundtot gemacht, ist eine infame Verdrehung. Während weltweit tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trotz öffentlichem Druck arbeiten, inszeniert sich Lüdecke als Opfer einer angeblichen Meinungsdiktatur – obwohl er als EIKE-Sprecher und AfD-Experte selbst große Reichweite hat und sich über angebliche Sprechverbote beklagt.
Die Moderatoren Zimmer und Reichert agieren nicht kritisch, sondern als Claqueure: Ihre zustimmenden Äußerungen, etwa Reicherts Behauptung, Wikipedia sei „absolut manipuliert“ und Klimapolitik ein „Machtinstrument“, entlarven das Interview als abgesprochene Farce. Lüdeckes Thesen werden nie hinterfragt, sondern mit eigenen verschwörungstheoretischen Andeutungen ergänzt und gestärkt.
Was als mutiger Widerspruch verkauft wird, ist ein zynischer Angriff auf Vernunft und Wissenschaft. Das Interview trägt nichts zur Debatte bei, sondern ist ein Beispiel für perfide Methoden organisierter Leugnernetzwerke, die systematisch Öffentlichkeit täuschen und dringend notwendige Klimaschutzmaßnahmen sabotieren.
3. Ein Beispiel für „ohne Fachwissen steile Thesen in die Welt setzen“: Marcus Lanz hat am 25.5.2023 mit Prof. Mojib Latif einen Experten der Klimaforschung und mit Steffen Kotré den klimapolitischen Sprecher der AFD zu gast.
Steffen Korté kann auch auf mehrfache Nachfrage keinen ernstzunehmenden Wissenschaftler nennen, der den menschengemachten Klimawandel bezweifelt.
Die Spiegel-Journalistin Melanie Amann stellt in Minute 13 die berechtigte Frage, ob eine Gesellschaft eine unbegründete Meinungsäußerung wie die von Herrn Kotré in gleicher Weise würdigen sollte wie das Expertenwissen eines renommierten Wissenschaftlers. Der Link zum Video startet an dieser Stelle.
4. Ein Beisplei für „Wenn der Klimawandel tatsächlich gefährlich wäre, dann müssten wir uns ja ändern“:
In diesem Video aus dem Kanal „Grenzen des Wissens“ hat Prof. Gerd Ganteföhr den ebenfalls emeritierten Prof. Wolfgang Eberhardt zu Gast. Die dort vertretene These zur Verharmlosung des Klimawandels ist über diesen Link leicht zu widerlegen, spielt hier aber nicht die zentrale Rolle.
Vielmehr präsentiert Prof. Wolfgang Eberhardt bei Minute 18:03 seinen eigentlichen Antrieb zur Erstellung dieses und vieler weiterer Verschwörungsvideos: „Das [eine geringe Reduzierung des CO2-Ausstoßes] ist ein viel realistischerer Ansatz. Dann können wir auch noch weiter Langstreckenflüge machen“. Der Link steigt an dieser Stelle in das Video ein.